Löwenzahn Auch Kuhblume oder Pusteblume genannt
Der Gewöhnliche Löwenzahn, auch Kuhblume oder Pusteblume genannt ist eine der häufigsten und bekanntesten Pflanzen in unseren Breiten. Die Gattung Taraxacum stammt aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Blütezeit des Löwenzahns
Die Hauptblütezeit des Gewöhnlichen Löwenzahns liegt im Frühjahr, insbesondere in den Monaten April und Mai. Je nach Witterung können die ersten gelben Blüten bereits früher erscheinen. Einzelne Pflanzen blühen anschließend bis weit in den Sommer oder sogar in den Herbst hinein.
Die vermeintlich einzelne gelbe Blüte besteht tatsächlich aus zahlreichen kleinen Einzelblüten. Diese sitzen dicht gedrängt in einem Blütenkorb – ein typisches Merkmal der Korbblütler.
Bei Sonnenschein öffnen sich die gelben Blütenköpfe weit. Bei schlechtem Wetter, in der Nacht oder bei niedrigen Temperaturen können sie sich dagegen schließen.
Vom gelben Löwenzahn zur Pusteblume
Nach der Blüte verwandelt sich der Löwenzahn in die bekannte Pusteblume. Dies geschieht nicht erst im Herbst, sondern während der gesamten Blütezeit. Deshalb lassen sich bereits im Frühjahr gelbe Löwenzahnblüten und weiße Pusteblumen gleichzeitig auf einer Wiese entdecken.
Nach der Bestäubung entwickeln sich zahlreiche kleine Früchte. Jede davon trägt einen feinen Haarkranz, den sogenannten Pappus. Er funktioniert wie ein kleiner Fallschirm.
Bei trockenem Wetter lösen sich die Samen und werden vom Wind fortgetragen. Dadurch kann sich Löwenzahn schnell über größere Flächen ausbreiten. Kinder machen sich diesen Mechanismus gerne zunutze und pusten die kleinen Fallschirme selbst in die Luft.
Löwenzahn im Fernsehen.
Die Pusteblume ist auch bekannt als Kinderserie im ZDF. Ab dem Jahr 1979 moderierte Peter Lustig interessante Themen für Kinder aus seinem blauen Bauwagen vor Berlin (Bärstadt). Heute moderiert Guido Hammes als Fritz Fuchs zusammen mit seinem Hund die neuesten Folgen.
Standort und Verbreitung
Löwenzahn kommt in vielen Regionen mit gemäßigtem Klima vor. Dies ist insbesondere seiner enormen Anpassungsfähigkeit und Anspruchslosigkeit zu verdanken.
Typische Standorte sind:
- Wiesen und Weiden
- Rasenflächen
- Wegränder
- Gärten und Parks
- Äcker und Feldränder
- Böschungen
- Mauerritzen und Pflasterfugen
Besonders gut gedeiht Löwenzahn auf nährstoff- und stickstoffreichen Böden. Sonnige und helle Standorte werden bevorzugt, die Pflanze kommt jedoch auch mit weniger optimalen Bedingungen zurecht.

Auf frisch gemähten Wiesen treibt der Löwenzahn schnell wieder aus. Seine Blattrosette liegt dicht über dem Boden und wird beim Mähen häufig nicht vollständig erfasst. Dadurch besitzt die Pflanze gegenüber höher wachsenden Arten einen Vorteil.
Besonders im Frühjahr können ganze Wiesen von gelbem Löwenzahn bedeckt sein.
Die Blätter des Löwenzahns
Charakteristisch sind die länglichen und tief eingeschnittenen Blätter. Sie wachsen in einer bodennahen Rosette und können je nach Standort unterschiedlich stark gezähnt sein.
Auf die Form der Blätter wird häufig auch der deutsche Name „Löwenzahn“ zurückgeführt: Die spitzen Blattabschnitte erinnern mit etwas Fantasie an die Zähne eines Löwen.
Aus der Mitte der Blattrosette wachsen die hohlen Blütenstiele. Werden Blätter oder Stängel verletzt, tritt ein weißer Milchsaft aus.
Die Wurzel des Löwenzahns
Löwenzahn besitzt eine kräftige Pfahlwurzel, die tief in den Boden reichen kann. Sie dient der Pflanze sowohl zur Verankerung als auch zur Speicherung von Reservestoffen.
Die starke Wurzel ist einer der Gründe dafür, warum Löwenzahn im Garten so hartnäckig sein kann. Wird beim Entfernen nur der oberirdische Teil abgeschnitten, kann die Pflanze erneut austreiben. Auch aus im Boden verbliebenen Wurzelteilen kann sich unter geeigneten Bedingungen wieder eine Pflanze entwickeln.
Wer Löwenzahn aus Beeten oder Rasenflächen entfernen möchte, sollte deshalb möglichst viel von der Wurzel aus dem Boden holen.
Löwenzahn als wichtige Pflanze für Insekten
Die zahlreichen gelben Blüten des Löwenzahns werden von verschiedenen Insekten besucht. Besonders im Frühjahr stellen große Löwenzahnbestände eine leicht erreichbare Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und andere Blütenbesucher dar.
Auf einer intensiv gepflegten Rasenfläche wird Löwenzahn häufig als Unkraut betrachtet. Aus ökologischer Sicht kann es jedoch sinnvoll sein, zumindest einen Teil der Pflanzen blühen zu lassen.
Zusammen mit anderen Wildblumen sorgt Löwenzahn für ein abwechslungsreicheres Blütenangebot im Garten.
Ist Löwenzahn essbar?
Löwenzahn ist nicht nur eine Wildpflanze, sondern wird seit langer Zeit auch als Nutzpflanze verwendet. Junge Blätter können beispielsweise für Salate genutzt werden. Ihr Geschmack ist leicht bitter und wird mit zunehmendem Alter der Blätter kräftiger.
Auch die gelben Blüten finden Verwendung. Aus ihnen werden beispielsweise Sirup, Gelee oder andere Zubereitungen hergestellt. Die Wurzeln wurden ebenfalls traditionell verarbeitet.
Beim Sammeln von Wildpflanzen sollte man nur Pflanzen verwenden, die sicher bestimmt wurden und von unbelasteten Standorten stammen. Pflanzen unmittelbar an stark befahrenen Straßen oder auf möglicherweise behandelten Flächen eignen sich nicht zum Verzehr.
Warum ist Löwenzahn so widerstandsfähig?
Seine erfolgreiche Verbreitung verdankt der Löwenzahn einer Kombination verschiedener Eigenschaften. Die tief reichende Wurzel versorgt ihn mit Wasser und Nährstoffen, während die bodennahe Blattrosette auch häufiges Mähen überstehen kann.
Hinzu kommt die effektive Verbreitung seiner Samen durch den Wind. Eine einzige Pflanze kann zahlreiche Samen hervorbringen, die mit ihren kleinen Flugschirmen neue Standorte erreichen.
Deshalb gehört Löwenzahn zu den Pflanzen, die selbst auf regelmäßig genutzten und gepflegten Flächen immer wieder auftauchen.
Löwenzahn im Garten – Wildblume oder Unkraut?
Ob Löwenzahn im Garten erwünscht ist, hängt vor allem von der Nutzung der Fläche ab. In einem gleichmäßig gepflegten Zierrasen werden die kräftigen Blattrosetten häufig als störend empfunden. In naturnahen Gärten und Blumenwiesen darf die Pflanze dagegen meist wachsen.
Wer eine möglichst geschlossene Rasenfläche möchte, sollte Löwenzahn mitsamt seiner Pfahlwurzel entfernen. In weniger intensiv genutzten Gartenbereichen kann man ihn dagegen problemlos stehen lassen.
Gerade eine Wiese voller gelber Löwenzahnblüten gehört für viele Menschen zum typischen Bild des Frühlings.
Wissenswertes über den Löwenzahn
Der Gewöhnliche Löwenzahn ist eine bemerkenswert anpassungsfähige Pflanze. Zwischen Pflastersteinen, auf kurz gemähten Rasenflächen und auf nährstoffreichen Wiesen findet er geeignete Lebensräume.
Seine Blüten sitzen jeweils auf einem eigenen hohlen Stängel. Wird dieser verletzt, tritt der charakteristische weiße Milchsaft aus.
Besonders faszinierend ist die Konstruktion der Pusteblume. Die zahlreichen Samen sind kreisförmig angeordnet und bilden zusammen die typische weiße Kugel. Sobald Wind aufkommt oder die Pusteblume berührt wird, können sich die einzelnen Samen lösen und davonfliegen.
Löwenzahn im Fernsehen
Der Name „Löwenzahn“ ist in Deutschland außerdem untrennbar mit der bekannten Kindersendung des ZDF verbunden. Ihren Ursprung hat sie in der 1979 gestarteten Sendung „Pusteblume“. Ab 1981 wurde sie unter dem Namen „Löwenzahn“ ausgestrahlt.
Über viele Jahre erklärte Peter Lustig Kindern aus seinem berühmten Bauwagen Natur, Technik und alltägliche Phänomene. Später übernahm Guido Hammesfahr die Rolle des Fritz Fuchs und führte das Konzept der Wissenssendung fort.
Häufige Fragen zum Löwenzahn
Wann blüht Löwenzahn?
Die Hauptblütezeit liegt im Frühjahr, insbesondere im April und Mai. Einzelne Pflanzen können jedoch bis in den Herbst hinein blühen.
Wann wird Löwenzahn zur Pusteblume?
Nach der Blüte entwickeln sich die Früchte mit ihren charakteristischen weißen Flugschirmen. Pusteblumen können deshalb bereits im Frühjahr entstehen.
Warum heißt Löwenzahn Löwenzahn?
Der Name wird mit der Form seiner stark gezähnten Blätter in Verbindung gebracht. Ihre Spitzen erinnern an die Zähne eines Löwen.
Wie verbreitet sich Löwenzahn?
Die Samen besitzen einen feinen Haarkranz, der wie ein Fallschirm funktioniert. Der Wind kann sie dadurch vom Fruchtstand lösen und an neue Standorte transportieren.
Ist Löwenzahn mehrjährig?
Ja. Löwenzahn ist eine ausdauernde Pflanze und kann dank seiner kräftigen Pfahlwurzel mehrere Jahre am selben Standort wachsen.
Ist Löwenzahn bienenfreundlich?
Die Blüten werden von Bienen, Hummeln und zahlreichen anderen Insekten besucht. Besonders im Frühjahr können größere Löwenzahnbestände eine ergiebige Nahrungsquelle darstellen.
Kann man Löwenzahn essen?
Verschiedene Teile des Löwenzahns werden als Lebensmittel verwendet. Besonders bekannt sind junge Blätter für Salate sowie die Verwendung der Blüten für Sirup und andere Zubereitungen.
Fazit
Der Löwenzahn ist weit mehr als ein hartnäckiges Unkraut im Rasen. Seine leuchtend gelben Blüten prägen im Frühjahr zahlreiche Wiesen und bieten verschiedenen Insekten Nahrung. Mit seiner tiefen Pfahlwurzel, seiner hohen Anpassungsfähigkeit und den flugfähigen Samen der Pusteblume ist er hervorragend an unterschiedlichste Lebensräume angepasst. Gerade der Wandel von der gelben Blüte zur weißen Pusteblume macht den Löwenzahn zu einer der bekanntesten Wildpflanzen überhaupt.






